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Rallye


Fahrschule Hartmann mit Fahrrad unterwegs

1983 radelte ich mit meinem Bruder nach Prag. Zwischendurch besuchten wir in Mlada Boleslav die "Bohemia-Rallye". Dort steckten wir uns mit dem Rallyesport-Bazillus an. Da die Rallye zur Europameisterschaft zählt, waren auch internationale Fahrer mit interessanten Autos am Start, welche in der DDR nicht mal in den Zeitungen zu sehen waren. Sogar Werksteams von z.B. Audi, Mazda oder Lancia waren am Start. Von da an besuchten wir zahlreiche weitere Rallyes im In- und Ausland.

 Jäger auf dem Hochstand

 Als Rallye-Fan muss man natürlich für jedes Wetter gewappnet sein. Mit der Zeit machte ich nicht mehr nur Fotos, sondern auch Beiträge für Hoy-TV.
Allerdings reizte es mich nach und nach auch, selbst aktiv zu werden. Im Zuge der Mitgliedschaft im Rallye-Renn-Club Lausitz E.V. wurde diese Idee Wirklichkeit.

Rallye auf dem Hochstand 

Frühjahr 1999 war es dann soweit. Ich hatte einen alten Opel Kadett 1.8 GSI aufgebaut nach den Reglement der nationalen Gruppe G. Bei diesen Fahrzeugen dürfen praktisch nur Sicherheitseinrichtungen, also Überrollkäfig, Feuerlöscher und Unterfahrschutz, eingebaut werden. Teures Motortuning und andere Spezialteile sind nicht gestattet. Damit bleiben die Kosten im Rahmen. Als mein erster Co wies mir der alte Rallyehase Ronald Blaha den Weg.

 

Fahrschule Hartmann

Bei den ersten Rallies zahlten natürlich auch wir unser Lehrgeld. Zum Beispiel bei der "VCB-Rallye". Als wir das dritte Mal an den Bodenwellen auf der Wertungsprüfung in Kallinchen ankamen, waren wir doch ein kleines bißchen schneller als vorher. Anschließend mußten wir in den "Notausgang", da das Auto in der Luft nicht um die Kurve wollte . Das kostete zwar etwas Zeit, aber nur das Flatterband ging kaputt.

Im Jahr 2000 konnten wir dann mit unserer Lizenz auch größere Veranstaltungen in Angriff nehmen. Im April starteten wir bei der nationalen "Pneumant-Rallye". Allerdings mußten wir mit unserem serienmäßigen Auto bei den stark verbesserten Fahrzeugen starten, weil eine Bescheinigung abgelaufen war. Damit waren wir von der Fahrzeugtechnik stark benachteiligt. Trotzdem kamen wir auf dem dritten Platz bei neun gestarteten Fahrzeugen ins Ziel.

 Pneumant

Fahrschule Hartmann Ausstellung

Im September 2000 organisierte ich anläßlich des 10-järigen Bestehens der Fahrschule eine Motorsportausstellung, um die regionalen Motorsportler auch in Hoyerswerda etwas bekannter zu machen. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit.

Als "special guest" kam auch Matthias Kahle, mittlerweile 6-facher deutscher Rallye-Meister und mehrfacher Rallye-WM- und "Paris-Dakar"-Starter, zu einer Autogrammstunde. Dabei mußte er auch einen Prüfungsbogen ausfüllen, allerdings einen Spaßbogen. Dabei kam er erst in's Grübeln, dann aber aus dem Schmunzeln kaum noch raus.

Theorie

Fahrschule Hartmann Ausstellung

Am 11.11.2000 fand die erste "ADMV-Lausitz-Rallye" statt. Das war die erste Veranstaltung, die von unserem Club ausgerichtet wurde. Da der Opel in der Gruppe G nicht mehr startberechtigt war, wechselten wir auf einen Mazda, mit dem wir in der Gruppe G1 den zweiten Platz erreichten. Zwar verfügte das Fahrzeug mit Turbolader und Allradantrieb über ein deutlich höheres "Spaßpotential", aber verursachte auch deutlich höhere Kosten. Da mein alter Co wegen der Arbeit gen Westen zog nahm Rigo Schulz auf dem "heißen Sitz" Platz.

Deswegen war ich zwischenzeitlich auch als Co-Pilot aktiv. Der erste Einsatz erfolgte bei der "40. Pneumant-Rallye" in Lutherstadt Wittenberg neben meinem ehemaligen Co Ronald Blaha. Trotz eines Ausrutschers auf der zweiten Wertungsprüfung konnten wir die Gruppe N gewinnen.

Pneumant

Fahrschule Hartmann Ausstellung

Die "Ausbeute" der ersten zwei Jahre als aktiver Rallye-Fahrer. Kann sich doch sehen lassen, oder?  Mittlerweile sind noch der eine und andere Pokal dazugekommen.

Nach der "Gravelland-Rallye 2003" in Senftenberg wurde der Mazda "ausgeborgt" und nach der nächtlichen Spritztour abgefackelt. Übrig blieb nur ein Haufen Schrott. Der oder die Täter wurden nie ermittelt. Dadurch konnte ich natürlich nicht weiter fahren, da ein Ersatzfahrzeug nicht bezahlbar war. Demzufolge waren weitere Starts als Fahrer nicht mehr möglich. Ich war aber als Beifahrer für das Team TORO-Motorsport aus Laubusch aktiv. Thomas Robel hat als Fahrer eine sehr gute Entwicklung genommen,welche ihn bis zum Titel in der DRS führte.

 

Nach mehrjäriger Zwangapause gelang es mit der äußerst tatkräftigen Unterstützung von Freunden, besonders Peter und Andrea ein "neues" Rallyeauto aufzubauen. Es handelt sich dabei um einen Porsche 924, der aber zum Glück überwiegend robuste Großserientechnik von VW nutzt. Nach ersten Probeläufen war die "Lausitz-Rallye 2008" ein echter Prüfstein. Und es hat mächtig Spaß gemacht, auch wenn ich leider in einer schnellen Rechts-Links Kombination die Vorderachse verbogen habe. Um teure Folgeschäden zu vermeiden mußte ich schweren Herzens das Auto abstellen.

Danach wurden die vorderen Dreieckslenker verstärkt, ein ähnliches Problem trat auch nicht wieder auf. Ausserdem wertete ich das Auto mit "Martini Racing" Dekor auf. Das machte das Auto zwar nicht schneller, aber es sieht "schneller" aus. Wir gingen dann bei einigen weiteren Rallyes an den Start, vor allem in Sachsen und Brandenburg, wie der Freiberger-, Wittenberger- oder der VCB-Rallye. Die Bedingungen sind dabei nicht immer einfach. Gerade bei dem Saisonhöhe-punkt, unserer heimischen "Lausitz Rallye" zeigte sich dies wieder besonders deutlich. Trotz einiger optischen Blessuren kamen wir diesmal ins Ziel. Rallye

Rallye Bei der Rallye Sachsenring Junior dagegen zeigte sich aber wieder mal, wie dicht Freud und Leid gerade auch im Motorsport liegen können. Kurz vor Halbzeit gelang uns eine Bestzeit in der Gruppe CGT. Aber gleich auf der nächsten Wertungsprüfung kam ich mit dem rechten Hinterrad nur wenige Zentimeter zu weit nach außen, schon ging es in den Graben. Ärgerlich, aber Glück im Unglück, es ging nichts weiter kaputt.

Allerdings wurde mir immer klarer, daß etwas grundsätzliches mit dem Fahrzeug passieren mußte, weil die Serientechnik im  Motorsport-einsatz einfach überfordert war. Das galt vor allem für die Bremse, da hinten nur eine Trommel-bremse verbaut wurde. Auch das viel zu lang übersetzte 4-Gang Getriebe sollte einer 5-Gang Box weichen, und auch die Optik sollte aufgefrischt werden. Mit der Zeit konnte ich die nötigen Teile recht preisgünstig besorgen und die Lackierung klappte mit tatkräftiger Hilfe der Fa. Balting.

Um die Technik (Bremse aus dem Porsche 911 SC, einem 5-Gang Getriebe und einigen anderen technischen und Verbesserungen) kümmerte sich einmal mehr Peter Hähnlein. Dazu kam noch ein professionelles Martini Dekor durch die Fa. Voigt Werbung, dann konnte es zum absoluten Highlight gehen, der "Rally Bohemia" in Mlada Boleslav! Da schließt sich der Kreis, denn da war ich 1983 ja das erste Mal gewesen(s.o.), bisher aber immer nur als Zuschauer. Diesmal war ich selbst am Start, und auch im Ziel. Die Strecken in Tschechien sind absolut Hammer, wie auch die anderen deutschen Starter bestätigten.
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